Einführung in ätherische Öle

Hochkonzentrierte natürliche Pflanzenextrakte – bereits ein oder zwei Tropfen können bemerkenswerte Ergebnisse erzielen ...
Von Life Enthusiast Staff
3 Min. Lesezeit
Essential Oils Introduction

Ätherische Öle Einführung

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte natürliche Pflanzenextrakte; ein oder zwei Tropfen können signifikante Ergebnisse erzielen. Eine ganze Pflanze kann bei der Destillation nur einen einzigen Tropfen ätherisches Öl ergeben. Deshalb ist ihre Wirksamkeit weitaus größer als die von getrockneten Kräutern. Durch Pressen oder Destillieren werden die subtilen, flüchtigen Flüssigkeiten (was bedeutet, dass sie schnell verdampfen) aus Pflanzen, Sträuchern, Blumen, Bäumen, Wurzeln, Büschen und Samen extrahiert, die ätherische Öle ausmachen.

Ätherische Öle sind das Lebenselixier der Pflanze, das sie vor bakteriellen und viralen Infektionen schützt, Risse im Gewebe reinigt und Sauerstoff und Nährstoffe in die Zellen transportiert. Im Wesentlichen wirken sie als Immunsystem der Pflanze. Deshalb sind sie für die Pflanze so essenziell – ohne sie könnten Pflanzen nicht überleben.

Im menschlichen Körper haben sie eine ähnliche Wirkung, wie den Transport wertvoller Nährstoffe zu den Zellen, die Erhöhung der Sauerstoffaufnahme und die Verdauung giftiger Abfallstoffe im Blut. Dies liegt daran, dass die drei primären Elemente (Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff) sowohl beim Menschen als auch in ätherischen Ölen vorkommen. Diese gemeinsame Chemie macht ätherische Öle zu einer der am besten kompatiblen Pflanzenstoffe mit der menschlichen Biochemie.

Ätherische Öle oder Aromastoffe, wie sie genannt wurden, gehörten zu den begehrtesten, wirkungsvollsten und therapeutischsten Schätzen der Antike, die gegen Gold, Silber und sogar Sklaven gehandelt wurden. Sie haben eine lange Geschichte der Anwendung in der Heilkunde und bei religiösen Zeremonien in der gesamten Antike, sowie ihre Verwendung als Duftstoffe.

Einige, insbesondere Weihrauch, werden in vielen jüdisch-christlichen und muslimischen religiösen Texten wiederholt erwähnt. Sie wurden zur Heilung jeder Krankheit von Gicht bis zu Kopfverletzungen eingesetzt. Andere, wie Myrrhe, Lotus- und Sandelholzöle, wurden in altägyptischen Reinigungs- und Einbalsamierungsritualen weit verbreitet verwendet. Wieder andere, wie Nelke und Zitrone, waren Hunderte von Jahren vor der Entdeckung moderner Antiseptika als Antiseptika hoch geschätzt.

Um zu verstehen, wie wertvoll ätherische Öle im alten Ägypten waren, zeigen Aufzeichnungen, dass bei der Öffnung des Grabes von Tutanchamun im Jahr 1922 350 Liter Öl in Alabastergefäßen entdeckt wurden. Erstaunlicherweise hatten sich die Pflanzenwachse um die Öffnungen der Gefäße verfestigt und die Öle versiegelt und konserviert! Die National Geographic berichtete im Oktober 1985, dass fast 1.000 Jahre vor Christus Dynastien der alten Welt um den lukrativen Weihrauchmarkt kämpften. Karawanen von 3.000 Kamelen transportierten kostbaren Weihrauch entlang des Weihrauchweges, einer 2.400 Meilen langen Straße, die sich vom südlichen Arabien bis zur Küste Israels erstreckte.

Es scheint, dass die alten Ägypter die ersten waren, die das therapeutische Potenzial ätherischer Öle erkannten. Sie schufen Düfte für den persönlichen Gebrauch sowie für rituelle und zeremonielle Zwecke in den Tempeln und Pyramiden. Im Jahr 1817 wurde der 870 Fuß lange Ebers-Papyrus, der auf 1500 v. Chr. datiert, entdeckt. Er listete über 800 pflanzliche Rezepte und Heilmittel auf. Viele Mischungen bestanden aus Myrrheöl und Honig. Myrrhe wurde am häufigsten zur Einbalsamierung verwendet, aufgrund ihrer Wirksamkeit bei der Verhinderung des Bakterienwachstums.

Die moderne Wiederentdeckung des Wertes ätherischer Öle wird dem französischen Kosmetikchemiker Ren-Maurice Gattefossé, Ph.D., zugeschrieben. Im Juli 1910 geriet er bei einer Laborexplosion in Flammen. Nachdem er die Flammen gelöscht hatte, stellte er fest, dass sich an seinen Händen schnell Gasbrand entwickelte. Doch nur ein Spülgang mit ätherischem Lavendelöl stoppte den schrecklichen Prozess. Die Heilung begann am nächsten Tag.

Seine Entdeckung war eher zufällig – er hatte seinen Arm in ein Gefäß getaucht, das er für Wasser hielt. Es enthielt jedoch reines Lavendelöl (Lavendula officinalis). Durch regelmäßige Anwendung von Lavendelöl heilte die Wunde narbenlos. Als er die Chemie des Öls untersuchte, entdeckte er, dass einige seiner chemischen Bestandteile enorme Heilkräfte besaßen.

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